WebQuest - Made in China

Einleitung

Made in China - ist dieses Label nachhaltig?

Neue Herausforderungen für deutsche
Banken und Sparkassen


Seit der Öffnung Chinas für ausländische Investoren in den achtziger Jahren haben sich sämtliche Wirtschaftsdaten der Volksrepublik China positiv entwickelt. Es muss aber noch geprüft werden, inwiefern das wirtschaftliche Verhalten von Unternehmen in China mit ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung in Einklang gebracht werden kann.

Zahlreiche internationale Unternehmen haben ihre Produktionsstätten nach China verlegt und so waren die ausländischen Direktinvestitionen schon 2003 mit insgesamt 53 Milliarden US-Dollar die höchsten weltweit. Aufgrund des ungebrochenen Investitionsflusses westlicher Unternehmen entwickelt sich China immer mehr zum globalen Spitzenreiter in der Produktion. So werden bereits mehr als zwei Drittel der Fotokopierer und Computer-Motherboards in China hergestellt.

Doch spätestens seit den Protestaufrufen gegen große Sportartikelhersteller sind die China-Geschäfte internationaler Unternehmen in die Kritik geraten. Die Kehrseite des wirtschaftlichen Aufstiegs sind die erheblichen sozialen Probleme und Umweltrisiken des Landes. So berichten u.a. Menschenrechtsorganisationen von Zwangsarbeitslagern, von übermäßigen Überstunden, von Arbeiterinnen, die aus Erschöpung sterben und von über hundertausend Arbeitern jährlich, die aufgrund mangelnder Arbeitssicherheit ihr Leben verlieren oder Verstümmelungen erleiden. Die rasante Industrialisierung und Urbanisierung hat aber auch globale Folgen, so führt der rapide steigende Energieverbrauch dazu, dass bis 2025 das Land seinen CO2-Ausstoß verdoppeln wird. Im Land sind durch immer neue Fabrikanlagen Luft- und Wasserverschmutzung, Wasserknappheit und andere Umweltprobleme gravierend geworden.

Verbraucher und Öffentlichkeit erwarten von den Unternehmen zunehmend nicht nur die Verfolgung ihrer ökonomischen Ziele, sondern die Wahrnehmung ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung. Dies bezieht sich nicht nur auf deren Produktionsstätten, sondern auch auf ihre Lieferketten.


Alles made in China Schöner wohnen auf chinesisch. Von den Ikea-Möbeln über den Schneider-Flachbildschirm -fernseher bis zur Playstation der Kinder - alles kommt aus der Volksrepublik. Auch Papas Markenhemd von Tommy Hilfiger, seine Puma-Turnschuhe, Mamas H&M-Klamotten und die Nike- und Adidas-Sneaker der Jungen.

Fachliche Kompetenz gefordert

Für deutsche Banken und Sparkassen stellt diese Situation eine besondere Herausforderung dar. Unternehmen und Privatkunden in Deutschland fordern zunehmend die fachliche Kompetenz der Banken. Die erwartete Rendite chinesischer Investments lockt die Anleger. Dabei sein wollen alle, denn kaum ein Staat hat ähnlich hohe Wachstumsraten und bietet ähnlich hohe Renditechancen wie die Volksrepublik China.

Gerade mittelständische Unternehmen sehen ihre Hausbanken als Partner beim Einstieg in den boomenden chinesichen Markt. Die Aufgabe der Banken liegt hierbei nicht nur in der Finanzierung, sondern auch in der Beratung hinsichtlich der Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftskonzepts. Wahrscheinlich ist es nicht das "Wohlergehen der Welt", sondern vielmehr die Befürchtung unkalkulierbare Risiken einzugehen und so den guten Ruf des Hauses aufs Spiel zu setzen, was immer mehr Unternehmen zu diesem Schritt bewegt. Die Erkenntnis also, dass wirtschaftlicher Erfolg auch von der Wahrnehnung der sozialen und ökologischen Verantwortung abhängt.

Auch eine wachsende Zahl nachhaltiger Kapitalanleger fordert die Kompetenz der Banken und Sparkassen. Sie wollen in solche Unternehmen investieren, die ökologisch und sozial verantwortlich handeln. Dies ist einerseits eine Frage ihrer Wertvorstellungen, aber spätestens seitdem die münchener Agentur Oekom Research und die Ratingagentur Morgan Stanley ihren Bericht zu den besonderen Zuwachsraten nachhaltiger Investments publiziert hat, auch eine Frage hinsichtlich der Wahl renditestarker Anlageformen.

Eine fachkompetente Beratung erfordert deshalb auch bei Banken und Sparkassen und ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Kenntnisse des Grundgedankens nachhaltiger Entwicklung und Wissen bezüglich der Gefährdungen und Chancen nachhaltiger Entwicklung im Reich der Mitte. Nur so werden Handlungsempfehlungen von deutschen Banken und Sparkassen möglich, die Unternehmen und Privatkunden jetzt und in Zukunft verstärkt einfordern werden.


13.05.2004 Nachhaltige Probleme Ein Beispiel: In regel- mäßigen Abständen gibt es über Peking wochenlang nur wenige klare Tage. Der alles durchdringende, für Europäer schwer zu ertragende Smog, wabert wie eine Glocke über der Stadt.


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